zurück Zeitschrift medizinischegenetik: Pharmakogenomik und Pharmakogenetik zur patientengerechten Arzneimittelentwicklung

Pharmakogenomik und Pharmakogenetik

zur patientengerechten Arzneimittelentwicklung

Themenschwerpunkt
medizinischegenetik 3 -2001
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Pharmakogenomik und Pharmakogenetik werden heute als jene Felder betrachtet, in denen wir gerade von Genomforschung und Genetik praktischen Nutzen erwarten mit dem deklarierten Ziel der "individualisierten" Medizin. Die beiden Begriffe werden heute leider häufig unrichtig und vielfach auswechselbar eingesetzt, beziehen sich aber an sich auf zwei durchaus unterschiedliche Problemkreise, wobei der eine hauptsächlich technischer Natur ist und für die Erforschung neuer Wirkstoffe im Labor von Bedeutung sein wird, während der letztere für die Anwendung von Medikamenten in der klinischen Praxis relevant ist.

Dieser Band konzentriert sich auf den Prozess der Arzneimittelentwicklung. Am Anfang steht die Verständigung über Begriffe, Konzepte und methodische Vorgehensweisen. In den folgenden Abschnitten rekonstruiert jeder Beitrag eine einzelne Phase in einem idealtypischen Ablauf der Forschung und Entwicklung von Zielmolekülen bis hin zur klinischen Arzneimittelentwicklung. Natürlich ist dieser Prozeß in der Realität vielfach verzweigt, parallelisiert, an anderen als den beschriebenen Stellen wiederum unterbrochen. Phasen mögen sich überlappen, Arbeitsschritte in frühere oder spätere Entwicklungsstufen verlagert sein. Aufmerksame Leser werden bemerken, dass es in diesem Heft v.a. um Anstösse zu einer notwendigen Diskussion darüber geht, wie die jeweiligen Expertisen, methodischen Herangehensweisen und verfügbaren Ressourcen in eine effektive Arzneimittelentwicklung eingebunden werden können. Es geht auch um Anregungen zu einem verbreiteteren Nachdenken, wie sich für die Zwecke einer besseren Entwicklung von Diagnostika und Therapeutika unfruchtbare Abgrenzungen überwinden lassen, wie z.B. Einzel-Gen-Ansatz vs. (!) genomweitem Up-Scale; Academia, hier- Industrie; dort; Fachgebiet A ja, Fachgebiet B. nein. Die historischen Ursprünge der Pharmakogenetik sind ein Beispiel, wie sich vor nun rund vierzig Jahren Genetiker, Pharmakologen und andere über die Fachgrenzen hinwegsetzten, ihre besondere Expertise einbrachten und gemeinsam Pioniererfolge erreichten. Heute baut die Genomforschung darauf auf. Erfolgreich ist sie dort, wo sie komplementär zur Pharmakogenetik wirkt.

(Wolf G. Kroner, Klaus Lindpaintner)

Inhalt

Pharmakogenomik und Pharmakogenetik zur patientengerechten Arzneimittelentwicklung
Wolf G. Kroner, Klaus Lindpaintner (pdf-file 28KB)

Pharmakogenetik
Friedrich Vogel (pdf-file 50KB)

Pharmakogenomik
Urs A. Meyer (pdf-file 36KB)

Genetische Variabilität in Populationen: Prädiktiver Indikator und Klassifikationsinstrument für die Pharmakogenomik?
Stefan Böhringer, Jörg T. Epplen (pdf-file 54KB)

Single Nucleotide Polymorphismen (SNPs) - kleine genetische Unterschiede mit großer Wirkung
Dorothee Foernzler (pdf-file 580KB)

Target-Gen bezogene pharmakogenetische Wirkstoffoptimierung in den präklinischen Entwicklungsphasen eines Medikaments
Nina S. Heiss, Friedrich Rippmann (pdf-file 173KB)

Pharmakogenetische und pharmakogenomische Analysen in Phasen 0 bis 4 der Arzneimittelentwicklung
Jürgen Brockmöller (pdf-file 53KB)

Pharmakogenetik - Implikationen für die frühe Arzneimittelforschung der Phasen I-II
Karl Ludwig Rost (pdf-file 46KB)

Klinische Pharmakogenetik in Phase III
Leszek Wojnowski (pdf-file 78KB)

Bedeutung pharmakogenomischer Parameter in der Postmarketing Surveillance
Christian Meisel, Edeltraut Garbe (pdf-file 51KB)

Pharmakogenetik und Massenspektrometrie
Ivo Glynne Gut (pdf-file 437KB)

DNA Chip Produktion und Qualitätssicherung
Andreas Bosio (pdf-file 47KB)

Neue Verfahren der SNP-Typisierung
Jacob Odeberg, Mathias Uhlén (pdf-file 829KB)

Identität, Genealogie und Pharmakogenomik in Island: Die Sicht eines Anthropologen
Gìsli Pálsson (pdf-file 212KB)

Organisierte Ethik in den Lebenswissenschaften
Dietmar Mieth (pdf-file 34KB)

Zur Theorie der Krankheit - Gedanken zum Phänotyp im Zeitalter der Genomforschung
Hansjakob Müller (pdf-file 42KB)