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Zeitschrift medizinischegenetik:
Epigenetik
Themenschwerpunkt
medizinischegenetik 3-2005
Bestellschein (pdf-file 13KB)
Die moderne, molekulare Epigenetik beschäftigt sich mit
der Variation und Vererbung von Genexpressionszuständen, die im Wesentlichen
durch Histonmodifikation und DNA-Methylierung festgelegt sind. Sie studiert
die Gene während der Entwicklung und verknüpft damit Vererbung, Entwicklung
und Evolution. Variation und Vererbung sind nicht nur das zentrale Thema der
Genetik, sondern auch der Epigenetik. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die epigenetische
Varianz sehr viel größer ist als die genetische Varianz, weil u.a.
der Epigenotyp nicht nur vom Genotyp beeinflusst wird, sondern auch von der
Umwelt.
Da Gene und Umwelt mittels des Epigenotyps einen bestimmten Phänotyp bestimmen,
muss auch das klassische Modell der Genotyp-Phänotyp-Unterscheidung um
den Epigenotyp erweitert werden.
Dem internationalen Genomprojekt folgte das internationale Epigenomprojekt,
in dem nun eine genomweite Referenzkarte zeit- und gewebsspezifischer DNA-Methylierungsmuster
erstellt wird. In Deutschland trägt die Deutsche Forschungsgemeinschaft
dieser Entwicklung Rechnung durch die Einrichtung eines eigenen Schwerpunktprogramms
„Epigenetik“.
Die Epigenetik gewinnt auch in der medizinischen Genetik zunehmend an Bedeutung
(siehe die Beiträge von D. Kotzot und B. Horsthemke). Es gibt häufige
genetische Erkrankungen, die sich hauptsächlich über epigenetische
Mechanismen ausprägen. Da epigenetische Muster potentiell reversibel sind,
eröffnen sich für Erkrankungen mit epigenetischer Ätiologie völlig
neue Therapieoptionen. Es gibt z.B. Substanzen, die die DNA-Methylierung oder
Histondeacetylierung inhibieren (Azacytidin, Trichostatin A, Valproinsäure
und andere). Damit können – zur Zeit allerdings noch relativ unspezifisch
– abgeschaltete Gene wieder angeschaltet werden. Erste klinische Studien
mit „epigenetischen Arzneimitteln“ werden zeigen, ob damit ein therapeutisch
sinnvoller Weg eingeschlagen werden kann. :
Inhalt
Was ist Epigenetik ?
Bernhard Horsthemke (pdf-file
4663KB)
Heterochromatin und „Gene silencing“
Sandro Lein, Gunter Reuter (pdf-file
330KB)
DNA-Methylierung – ein wichtiges genetisches Signal in Biologie
und Pathogenese
Walter Doerfler (pdf-file
446KB)
Das Epigenomprojekt
Stephan Beck, Kurt Berlin, Florian Eckhardt (pdf-file
2156KB)
Genomic Imprinting – Evolution eines neuen Konzepts der Genregulation
bei Säugetieren
Jörn Walter, Martina Paulsen (pdf-file
998KB)
Epigenetische Genomreprogrammierung im frühen Säugerembryo:
Mechanismen und Pathologie
Thomas Haaf (pdf-file 1214KB)
Uniparentale Disomie und genomic imprinting
Dieter Kotzot (pdf-file
468KB)
Epimutationen bei menschlichen Erkrankungen
Bernhard Horsthemke (pdf-file
552KB)
Epigenetische Vererbung
Karin Buiting (pdf-file
208KB)
Krebsepigenetik
Dirk Prawitt, Bernhard Zabel (pdf-file
704KB)
DNA-Methyltransferase-Inhibitoren in der epigenetischen Krebstherapie
Bodo Brückner, Frank Lyko (pdf-file
500KB)
Zur molekularen Analyse der Struktur und der Evolution des Haupthistonkompatibilitätskomplexes
(MHC) der Ratte
Lutz Walter (pdf-file
519KB)
Zur Rolle der HSP70- und MPR300-Gene für die Suszeptibilität
von Tumorzellen gegenüber zytotoxischen T-Lymphozyten
Ralf Dressel (pdf-file
783KB)